12. Juni 2026

Tonhalle St.  Gallen

Hommage an Paul Huber

Roland Küng

Hommage an Paul Huber (Uraufführung)

Paul Huber

Konzert für Hackbrett und Streichorchester

I. Andante sostenuto – Allegro giocoso – Tempo di Valse II. Variationen über ein Volkslied: Adagio – Andante III. Rondo

Johannes Brahms

Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 68

I. Un poco sostenuto – Allegro – Meno Allegro II. Andante sostenuto III. Un poco Allegretto e grazioso VI. Adagio – Più Andante – Allegro non troppo, ma con brio – Più Allegro

Geschätztes Publikum!

Mit dem Programm «Hommage an Paul Huber» erinnern wir anlässlich seines 25. Todestages an den Komponisten Paul Huber, der die Schweizer Musikszene und insbesondere jene der Stadt St. Gallen nachhaltig geprägt hat.
Paul Huber wurde 1918 in Kirchberg geboren und lebte von 1951 bis zu seinem Tod im Jahr 2001 in St. Gallen. Während mehr als drei Jahrzehnten – von 1951 bis 1983 – wirkte er als Gesangs- und Klavierlehrer an der Kantonsschule am Burggraben. Die Stadt St. Gallen ehrte ihn 1982 mit dem Kulturpreis; zudem erinnert heute eine Statue im Huberpärkli an der Dufourstrasse an sein Schaffen.
Zu Beginn unseres Konzerts erklingt die Uraufführung des Werkes «Hommage an Paul Huber», das Roland Küng im Auftrag des Orchesters Musikfreunde komponiert hat. Das Stück gliedert sich in drei Teile (A, B und C). Im Mittelteil zitiert Küng die Appenzeller Volksweise «Wie baas isch mer do obe», die auch in Hubers «Fantasie über eine Appenzeller Volksweise» erscheint. Die Komposition enthält ein Klarinettensolo, das eigens für die langjährige Soloklarinettistin des Orchesters, Regina Kesic-Huber, geschrieben wurde – sie ist die Enkelin von Paul Huber.
Als zweites Werk folgt Paul Hubers Konzert für Hackbrett und Orchester aus dem Jahr 1994, mit Roland Küng als Solisten. Huber selbst beschreibt seine Intention wie folgt: Das Hackbrett werde hierzulande vorwiegend in der Volksmusik eingesetzt, entweder solistisch oder als Begleitinstrument, und präge insbesondere die Appenzeller Musiktradition. In seinem Konzert versuche er, das Instrument aus dieser Bindung zu lösen und als vollwertiges Soloinstrument zur Geltung zu bringen. Nur stellenweise erinnern tänzerische Passagen in den Rahmensätzen an seine Herkunft. Das Streichorchester übernimmt dabei nicht nur eine begleitende Rolle, sondern tritt in einen lebendigen, konzertanten Dialog mit dem Solisten: Es gestaltet Motive und Szenen in feinen Nuancen ebenso wie in kraftvollen Klangfarben, die vom Hackbrett angedeutet werden. Die Uraufführung fand am 11. September 1994 mit dem Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Edmond de Stoutz und dem Solisten Benno Bernett statt.
Nach der Pause erklingt die 1. Sinfonie in c-Moll op. 68 von Johannes Brahms, komponiert im Jahr 1876. Das Werk wird häufig als «Beethovens Zehnte» bezeichnet. Sein dramaturgischer Verlauf führt von der tragischen Grundstimmung des ersten Satzes über eine allmähliche Aufhellung hin zum triumphalen Durchbruch im hymnischen Finale. Brahms’ Erste gilt als bedeutende und monumentale Weiterentwicklung der Sinfonik in der Nachfolge Beethovens.

Viel Vergnügen!

Mit musikalischen Grüssen
Ihr Robert Bokor

Hackbrett

Roland Küng

Roland Küng

Roland Küng ist ausgebildeter Primarlehrer und studierter Musiker. 2008 erwarb er sein Lehrdiplom am Richard-Strauss-Konservatorium München im Hauptfach «Hackbrett Klassik und Volksmusik» bei Prof. Birgit Stolzenburg, 2011 schloss er den Master Schulmusik II an der Musikhochschule Luzern ab. Heute unterrichtet er Schulmusik und Hackbrett an der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen.

Als vielseitiger Musiker wirkt er in zahlreichen Projekten und Ensembles mit. Er ist Gründungsmitglied der Original Appenzeller Streichmusik «Geschwister Küng», für die er die meisten Stücke arrangiert oder komponiert, und seit 2022 ist er Teil des Hackbrettduos «Flickflaude». Außerdem spielte er im Ländlerorchester, in der Alpenkammeroper «Zimmerstund» sowie im 21st Century Symphony Orchestra Luzern und führte das Hackbrettkonzert von Paul Huber mit verschiedenen Orchestern auf. Bei vielen Produktionen stammen Kompositionen oder Arrangements aus seiner Feder, etwa beim Tanztheater «Schlafes Bruder» am Theater St. Gallen.

Neben der Musik ist Skifahren eine große Leidenschaft von Roland Küng; er ist J&S-Experte und eidgenössisch diplomierter Schneesportlehrer.

2022 komponierte er gemeinsam mit seiner Frau, der Theologin Charlotte Küng-Bless, die volkstümliche St. Thomas-Messe für Chor und Streichmusik. Weitere Werke sind das zwölfminütige Streichorchesterstück «Von Appenzell nach Arbon» sowie die Bühnenmusik für das Theaterprojekt der Appenzeller Bahnen «Bahn frei!».

https://www.rolandkueng.ch/